Tango Argentino aus Buenos Aires

Kurze Einführung über die Entstehung des Tangos

Der Tango Argentino ist in Buenos Aires um 1880 - 1920 in einem schwierigen Milieu entstanden. Die argentinische Regierung lockte damals viele Europäer an den Rio de la Plata und versprach Arbeit und Wohlstand. Doch die damals kleine Hafenstadt konnte den Ansturm an Arbeitssuchenden nicht bewältigen und es entstand ein grosser Arbeitsplatz- und Frauenmangel und auch Armut. Die Musik und der getanzte Tango entstanden in dieser Epoche der Entbehrungen, Kriminalität, Prostitution und wurde zum Ausdruck der katastrophalen damaligen Situation. Getanzt wurde vor allem auf den Strassen in den Vororten von Buenos Aires. Um 1920 erreichte der Tango Argentino Paris und traf auf das Interesse der noblen Gesellschaft. Dadurch löste sich eine Welle der Begeisterung in ganz Europa aus. Nun durfte der Tango auch in den feinen Salons der argentinischen Hauptstadt getanzt werden und erhielt Einzug ins Zentrum von Buenos Aires. Er erlebte in den 30er und 40er Jahren den Höhepunkt die sogenannte «epoca de oro». Als Juan Peron 1955 von den Militärs gestürzt wurde, ging es mit dem Tanz und den Orchestern bergab. Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich derart, dass die meisten Orchester sich auflösen oder radikal verkleinern mussten. Der Tango stirbt in dieser Zeit fast aus. Bis er durch neue Musik und Orchester langsam wieder einen erneuten Aufschwung erlebte. Der Tango entwickelt sich in dieser neue Epoche während den 60er Jahren musikalisch wie auch tänzerisch enorm findet seither viele Musikliebhaber und Tanzbegeisterte. 

Musikalische Einflüsse, tänzerische Entwicklung

In den Häfen von Buenos Aires und Montevideo verschmolzen damals die musikalischen Einflüsse unterschiedlichsten Kulturen zum Tango Argentino. Als die drei unmittelbaren Vorläufer des Tangos werden die afrokubanische Habanera, der Tango Andaluz und die Milonga genannt. All diese Musikstile haben den gleichen Parameter, es handelt sich sowohl um eine volkstümliche Liedform wie auch um eine Tanzsprache. Teilweise wird auch die Beeinflussung der afrikanischen Candombe erwähnt, jedoch bleibt dies umstritten. Die Candombe ist ein ritueller Tanz, in dem sich Elemente der Bantu-Religion und des Katholizismus vermischten und welcher bereits im Paar getanzt wurde.

Heute werden verschiedene Stile getanzt, welche sich in der Zeit des Aufschwung entwickelten. Der Tango Nuevo, Tango Apilado, Canyengue, Orillero und der Tango Salon. Neue Formen wurden in den letzten Jahren auch in Europa erfunden. In diesem Tangostil ist die Paarhaltung sehr flach und es kann nur sehr eingeschränkt getanzt werden. Erst in den 90er Jahren entstanden die heute typischen Tangoshows, mit sehr virtuosen, akrobatischen Figuren. Diese Form des Tangos weicht jedoch vom ursprünglichen, getanzten Tango Salon ab und ist eine neue Form des Bühnentangos.  


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